Stadtputzete ein voller Erfolg

Fahrräder, weggeworfene Stühle und jede Menge Zigarettenkippen waren die Ausbeute der etwa 100 Teilnehmer bei der Aktion »Singen macht sauber« am Samstagvormittag. Mit gelben und orangefarbenen Westen hatten die Freiwilligen mit Arbeitshandschuhen und Papierzangen dem Müll im Landesgartenschaugelände, auf der Insel Wehrd und in der Innenstadt aufgesammelt.   

Hinzu kam eine Gruppe um den BUND von etwa 12 Teilnehmern, die die öffentlichen Wege in der Kleingartenanlage Knöpfleswies säuberte und eine Kindergartengruppe in der Nordstadt.   

Organisiert von der Stadtverwaltung freute sich die Stadtreinigung über die tatkräftige Mithilfe der Bevölkerung. Denn normalerweise sorgen nur die 18 Mitarbeiter an sechs Tagen für Sauberkeit in der Hohentwielstadt. Hierfür bekamen sie von Oberbürgermeister Bernd Häusler selbst im »Putzeinsatz« ein Sonderlob. Jährlich sammelt die Stadtreinigung übrigens etwa 900 Tonnen Müll auf.

Der Rathauschef kündigte an, dass »Singen macht sauber« jährlich stattfinden solle und man die Gebiete auch auf die Nord- und Südstadt ausdehnen wolle. Explizit dankte Häusler »Fridays for Future« und verwies auf die nächste Kundgebung am Freitag, 12. Juli, 10 Uhr in der Innenstadt, bei der nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene mitmachen können.   

Bei der »Stadtputzete« tatkräftig mithalfen: Der DJK mit vielen Kindern, der Förderverein der Scheffelhalle, Gemeinderäte der SPD und Grünen, das Seniorenbüro, die Heckergruppe sowie der ADFC, der wie Petra Jacobi dem WOCHENBLATT verriet den Radweg an der Aach bis zur Remishofstraße mit Fahrradfund gesäubert hat.

Aber auch viele Bürger griffen tatkräftig zu. Wie beispielsweise der 14-jährige Sebastian Neumann, der von Singen macht sauber im Jugendhaus erfahren hatte, und mit seinem Bruder Arthur (7) und seinem Onkel Edaurd bei der Stadtputzete mithalfen.

(aus: Wochenblatt.net, 07.07.2019

„LAZARETT AUFTRITT“ Scheffelhalle in Singen 1941

Lony Bopp *1.11.1920 war damals aktive Rollschuh- und Eisläuferin und nahm im Einzel- und im Paarlauf an Schweizermeisterschaften teil. 1937 war sie mit ihrem Partner Jack Rhyner als Artistin mit Rollschuhakrobatik mit dem Schweizerischen Nationalzirkus Knie auf Tournee.

1941 während dem Krieg wurde meine spätere Mutter Lony vom „Schweizerischen-Roten-Kreuz“ angefragt ob sie in Deutschland enet Schaffhausen im Lazarett auftreten würde, das war dann die Scheffelhalle in Singen. Zuschauer waren Kriegsverletzte und Leute im Rollstuhl mit dem Pflegepersonal. Mein späterer Vater Ernst hätte auch mitgehen können, aber er hatte eine Wut auf Hitler und verzichtete. Meine Mutter sagte zu und machte ihre Tirolernummer mit Dirndel und kurzem Röckli. Die Zuschauer nannten sie die lustige Schweizerkröte. Es gab eine Bühne und sie erinnert sich an herzlichen Applaus von den Soldaten und dem Pflegepersonal die mal eine Abwechslung hatten. Andere Sportarten wie Kunstradfahrer waren ebenfalls dabei. 

Sie weiss nicht mehr ob es Sommer oder Winter war, ich vermute es war eher kalt. Sie hätten mehrere Strümpfe übereinander angezogen um diese nachher zu verschenken. Wahrscheinlich seien sie mit dem Zug zusammen mit den Kunstradfahrern an die Grenze gereist, dort wurden sie vom Rot-Kreuz begleitet und an der Grenze sehr genau von den Zöllnern kontrolliert und mussten jede Tasche öffnen.

Sie lebt noch heute und erfreut sich bester geistiger Gesundheit in einer schönen Alterswohnung in Zürich.

Vielen Dank an Beat Schneider für den Text

Närrisches Narrenjubiläum

Es ist unterm Hohentwiel eine liebgewonnene Tradition, dass die Narren sich am Fasnet-Suntig beim Närrischen Jahrmarkt auf dem Rathausplatz treffen. De Billige Jakob mit seinen unzähligen Kuriositäten, das Bähnchen, das Kindertheater der Muttersproch Gesellschaft der Wurstzipfelstand sowie jede Menge Spaß und Foppereien machen ihn zu einem harmonischen Ausklang der Straßenfasnet in Singen für die ganze Familie.  

Vor 125 Jahre gab es den Närrischen Jahrmarkt das erste Mal. Wie der Marktmeister der Poppele-Zunft Rainer Maier, mutmaßt, vielleicht begründet aus einem Fasnetmotto. Ab den 50 er Jahren sei der Jahrmarkt in Singen richtig ins Rollen gekommen und aus der Singener Fasnet nicht mehr wegzudenken. Für den ehemaligen Marktmeister Wolfgang Denzel ist es ein »toller Treffpunkt«. Für Jogi Kohnle, der von 1993 bis 2013 Meister über den Jahrmarkt war, sind es die Vereine, die gemeinsam hier so vieles auf die Beine stellen. In einem Jahr musste sie den Platz für den Jahrmarkt selbst mit Raupen von Hans Willam räumen. Wegen der Kuwait-Krise fiel er 1991 aus. Christian Siebold erinnert sich im Gespräch mit dem WOCHENBLATT an die Erbsensuppe in den 60er Jahren, die die Maggi ausschenkte. Auch 2019 war wieder für Speis und Trank in unterschiedlichster Weise gesorgt.

Doch auch die Truppen vom Zunftball wie der mobile Stammtisch und der Straßenfasnet wie der »Glo-Bus« – die mobile Toilette mit Schaffner Helmut Thau machten Station beim Närrischen Jahrmarkt. Originell die Ablassbriefe, die die Freunde der Scheffelhalle anboten und die gerade an Fasnet reißenden Absatz fanden. 

Zunktkanzler Ali Knoblauch und Säckelmeister Holger Marxer zogen ein positives Fazit einer tollen Fasnet in Singen. Das Sicherheitskonzept sei voll aufgegangen, so Marxer. Und Knoblach scherzte, für das tolle Wetter sei der Zunftkanzler verantwortlich gewesen.

Quelle: Wochenblatt Singen

Narren sind bereit für die Fasnet in Singen

Die Kirche im Dorf zu lassen, das fällt den Narren in Singen gar nicht erst ein. Kurz vor dem Start der närrischen Hochzeit am Schmotzgen Dunschtig bringen sie zum Zunftball die stummen Glocken der Herz- Jesu-Kirche kurzerhand in die Scheffelhalle zum legendären Ball der Bälle im Stall der Ställe. „Lond au d’Kirch im Dorf“ lautet das Motto der Fasnet 2019 in Singen, mit dem Poppele-Zunftmeister Stephan Glunk die Hästräger zur Maskenprämierung beim Zunftball empfangen hat und nicht nur die goldsamtenen Glocken haben dies thematisch aufgegriffen.

Die Zunftball-Besucher haben ein untrügliches Gespür für das, was fehlt in der Stadt. Neben dem Streit um Glockenklang, vermissen die Freunde der Fasnacht närrische Kneipen zur fünften Jahreszeit. Gleich mehrere Gruppen haben dies thematisiert und sich als mobile Gastronomieeinheiten – bis hin zum kompletten Biergarten auf Rädern – auf den Weg gemacht. Und natürlich steht die Diskussion um den Klimaschutz im Herzen der Nordstadt ganz oben auf der Agenda: Bienchen, Blümchen und die Knöpfleswies – die dürfen am Ende auch nicht fehlen: „Inzwischen hätt’s de OB gschnallt, et bliebt er – unser Knöpfleswald“, reimten die Narren.

Was überraschenderweise mitten im Februar auch nicht gefehlt hat, war die unterhaltsame Art Urlaubsgefühl und Strandflair: Nach einem sonnigen Wochenende haben sich die Verkäufer schicker Sonnenbrillen und -hüte unters närrische Volk gemischt, und die Stimmung geschickt ausgenutzt, während die Partyband Lemongras einmal mehr mit treibenden Rhythmen die Masse der Zunftballbesucher auf der Tanzfläche in Bewegung hielt. Am Rande war Scheffelhallen- Fördervereinsvorsitzender Peter Gäng als Spendensammler unterwegs, um das ewige Provisorium vor dem Verfall zu retten, und eine Gruppe Zeitungsenten hat sich den Erhalt des SÜDKURIER zum Thema gemacht. „Drei Abos haben fast nicht gereicht“, schnatterten sie dem Reporter ins Ohr. Ihr Lohn, ein Preis bei der Maskenprämierung.

https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/fastnacht/Narren-sind-bereit-fuer-die-Fasnet-in-Singen;art1369003,10062077