1,2 Millionen Euro für die Singener Scheffelhalle

Werner Gohl hatte schon die Schürze zum Grillen umgebunden, doch bevor er die Würstchen auf dem vorgeheizten Rost platzierte, ergriff er ganz zum Schluss der Mitgliederversammlung des Fördervereins Freunde der Scheffelhalle das Wort und dankte im Namen aller Anwesenden Peter Adrian Gäng für dessen grandiosen Einsatz in dem knapp einem Jahr, seit dieser den Vorsitz innehat. Der große Zuwachs an Mitgliedern sei in erster Linie seinem unermüdlichem Einsatz zu verdanken, und auch an den großen Fortschritten zum Erhalt der Scheffelhalle sei er wesentlich beteiligt. Darauf gab es von den anderen Freunden der Scheffelhalle großen anerkennenden Applaus.

Halle soll wieder in altem Glanz erstrahlen

Peter Adrian Gäng hatte tatsächlich viel Positives zu berichten, vor allem die finanziellen Zusagen der Stadt Singen in Höhe von 200 000 Euro pro Jahr bis 2025 mit dem langfristigen Ziel, die denkmalgeschützte Scheffelhalle zum 100-jährigen Jubiläum im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Es sei gelungen, wie der Vorsitzende berichtete, alle Fraktionen des Stadtrats samt OB Häusler zu überzeugen, und er dankte insbesondere der Poppele-Zunft, die mit dem Förderverein gemeinsam sich für Singens „gute Stube“ so erfolgreich eingesetzt habe. Nach der Fasnacht im nächsten Jahr solle mit den Arbeiten begonnen werden. Das Dach sei am wichtigsten, denn dessen Gewicht habe das Gebälk der Holzkonstruktion nach außen gedrückt.

Statik sei als sicher zu bewerten

Grundsätzlich sei die Statik der Scheffelhalle aber sicher, wie Gäng versicherte. Die Herrentoilette und eine Seitenwand müsse instand gesetzt werden und zudem überlege man, die Zwischendecke zu entfernen, die zu Beginn der 50er Jahre eingezogen worden sei, um die imposante Holzkonstruktion der Halle wieder sichtbar zu machen.

Wahlen standen bei der Mitgliederversammlung nicht an. Susanne Egger, die Kassiererin, verkündete den stolzen Kassenbestand in Höhe von 34 000 Euro. Zum Schluss wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Aus Südkurier.de vom 30.07.2019

Erst ein neues Dach für die Scheffelhalle

Förderverein blickt auf 20 Jahre zurück – und in Richtung 100-Jahr-Feier der Halle

Dieses Jahr läuft noch nicht viel für die Sanierung der Scheffehalle, dafür nächstes Jahr um so mehr. Das war die Botschaft auf der Hauptversammlung der Freunde der Scheffelhalle zum 20. Geburtstag des Vereins.
1999 gründeten sich die »Freunde der Scheffelhalle« um dieses Alleinstellungsmerkmal Singener Sängersolidarität vor den Spaßbad-Visionen des damaligen OB Andreas Renner zu retten, damals mit beeindruckenden politischen Erfolg. »Inwischen ist Andreas Renner sogar Mitglied geworden«, konnte der Vorsitzende Peter A. Gäng, bei der Begrüßung verkünden. Insgesamt habe man – auch durch eine optimierte Website – ganze 30 neue MitgliederInnen im letzten Jahr dazu gewinnen können, so dass der Verein nun erstmal mit 112 MitgliederInnen eine wichtigste Marke überschritten habe. Die Vereinsspitze sei derzeit auch intensiv dabei, den Status der Gemeinnützigkeit zu bekommen, was das Spendenaufkommen für den Erhalt der Scheffelhalle deutlich beflügeln sollte, gab Gäng weiterhin bekannt.
Gespannt warteten die zur Versammlung in den Garten des Hegau-Haus auf dem Tannenberg geströmten Mitglieder natürlich auf Neuigkeiten zu schon lange gewünschten Sanierung der Halle, mit dem Jahr 2015 im Blick, wenn die Scheffelhalle ihren 100. Geburtstag feiern kann. Und das hoffentlich in einem Zustand, der wieder an den der Einweihung erinnert.

»Bei unserem letzten Treffen vor zwei Wochen hat uns OB Bernd Häusler nochmals versprochen, dass die Halle zum Jubiläum saniert ist«, freut sich Peter A. Gäng. Basis dafür ist ja die Zusage, dass die Stadt jährlich 200.000 Euro herausrückt, um die Halle wieder auf Vordermann zu bringen, insgesamt 1,2 Millionen Euro.  Die erste Rate kann allerdings erst im kommenden Jahr investiert werden, so Gäng weiter. Denn statt des geplanten Starts bei den Herrentoiletten soll es erst Mal ans Dach der Halle gehen, denn das müsse auch am Anfang stehen, weil es dort ein Problem mit der Statik gibt. »Die Ziegel kamen erst später auf das Dach und haben durch ihr Gewicht das Gebäude auseinandergedrückt«, so Gäng und Holger Marxer als Entsandter der befreundeten Poppelzunft in ihrer Einschätzung. Die Eternitziegel sollen nun im kommenden Jahr mit dem städtischen Beitrag von zwei Jahren abgenommen, der Hallenbau statisch ertüchtigt und neu gedeckt werden, so die aktuelle Planung. 
Sehr froh sei mal über die schnelle Reaktion der Stadt Singen gewesen, die im Winter die Singener Saalfastnacht in der Scheffelhalle gerettete habe, lobte Peter A. Gäng in seinem Bericht. 

Wichtig sei, dass die Halle im kommenden so so fit sein wird, dass sie die Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) im Januar 2020 beherbergen könne, so Holger Marxer. 

aus Wochenblatt.de (31.07.2019)

Stadtputzete ein voller Erfolg

Fahrräder, weggeworfene Stühle und jede Menge Zigarettenkippen waren die Ausbeute der etwa 100 Teilnehmer bei der Aktion »Singen macht sauber« am Samstagvormittag. Mit gelben und orangefarbenen Westen hatten die Freiwilligen mit Arbeitshandschuhen und Papierzangen dem Müll im Landesgartenschaugelände, auf der Insel Wehrd und in der Innenstadt aufgesammelt.   

Hinzu kam eine Gruppe um den BUND von etwa 12 Teilnehmern, die die öffentlichen Wege in der Kleingartenanlage Knöpfleswies säuberte und eine Kindergartengruppe in der Nordstadt.   

Organisiert von der Stadtverwaltung freute sich die Stadtreinigung über die tatkräftige Mithilfe der Bevölkerung. Denn normalerweise sorgen nur die 18 Mitarbeiter an sechs Tagen für Sauberkeit in der Hohentwielstadt. Hierfür bekamen sie von Oberbürgermeister Bernd Häusler selbst im »Putzeinsatz« ein Sonderlob. Jährlich sammelt die Stadtreinigung übrigens etwa 900 Tonnen Müll auf.

Der Rathauschef kündigte an, dass »Singen macht sauber« jährlich stattfinden solle und man die Gebiete auch auf die Nord- und Südstadt ausdehnen wolle. Explizit dankte Häusler »Fridays for Future« und verwies auf die nächste Kundgebung am Freitag, 12. Juli, 10 Uhr in der Innenstadt, bei der nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene mitmachen können.   

Bei der »Stadtputzete« tatkräftig mithalfen: Der DJK mit vielen Kindern, der Förderverein der Scheffelhalle, Gemeinderäte der SPD und Grünen, das Seniorenbüro, die Heckergruppe sowie der ADFC, der wie Petra Jacobi dem WOCHENBLATT verriet den Radweg an der Aach bis zur Remishofstraße mit Fahrradfund gesäubert hat.

Aber auch viele Bürger griffen tatkräftig zu. Wie beispielsweise der 14-jährige Sebastian Neumann, der von Singen macht sauber im Jugendhaus erfahren hatte, und mit seinem Bruder Arthur (7) und seinem Onkel Edaurd bei der Stadtputzete mithalfen.

(aus: Wochenblatt.net, 07.07.2019

„LAZARETT AUFTRITT“ Scheffelhalle in Singen 1941

Lony Bopp *1.11.1920 war damals aktive Rollschuh- und Eisläuferin und nahm im Einzel- und im Paarlauf an Schweizermeisterschaften teil. 1937 war sie mit ihrem Partner Jack Rhyner als Artistin mit Rollschuhakrobatik mit dem Schweizerischen Nationalzirkus Knie auf Tournee.

1941 während dem Krieg wurde meine spätere Mutter Lony vom „Schweizerischen-Roten-Kreuz“ angefragt ob sie in Deutschland enet Schaffhausen im Lazarett auftreten würde, das war dann die Scheffelhalle in Singen. Zuschauer waren Kriegsverletzte und Leute im Rollstuhl mit dem Pflegepersonal. Mein späterer Vater Ernst hätte auch mitgehen können, aber er hatte eine Wut auf Hitler und verzichtete. Meine Mutter sagte zu und machte ihre Tirolernummer mit Dirndel und kurzem Röckli. Die Zuschauer nannten sie die lustige Schweizerkröte. Es gab eine Bühne und sie erinnert sich an herzlichen Applaus von den Soldaten und dem Pflegepersonal die mal eine Abwechslung hatten. Andere Sportarten wie Kunstradfahrer waren ebenfalls dabei. 

Sie weiss nicht mehr ob es Sommer oder Winter war, ich vermute es war eher kalt. Sie hätten mehrere Strümpfe übereinander angezogen um diese nachher zu verschenken. Wahrscheinlich seien sie mit dem Zug zusammen mit den Kunstradfahrern an die Grenze gereist, dort wurden sie vom Rot-Kreuz begleitet und an der Grenze sehr genau von den Zöllnern kontrolliert und mussten jede Tasche öffnen.

Sie lebt noch heute und erfreut sich bester geistiger Gesundheit in einer schönen Alterswohnung in Zürich.

Vielen Dank an Beat Schneider für den Text

Närrisches Narrenjubiläum

Es ist unterm Hohentwiel eine liebgewonnene Tradition, dass die Narren sich am Fasnet-Suntig beim Närrischen Jahrmarkt auf dem Rathausplatz treffen. De Billige Jakob mit seinen unzähligen Kuriositäten, das Bähnchen, das Kindertheater der Muttersproch Gesellschaft der Wurstzipfelstand sowie jede Menge Spaß und Foppereien machen ihn zu einem harmonischen Ausklang der Straßenfasnet in Singen für die ganze Familie.  

Vor 125 Jahre gab es den Närrischen Jahrmarkt das erste Mal. Wie der Marktmeister der Poppele-Zunft Rainer Maier, mutmaßt, vielleicht begründet aus einem Fasnetmotto. Ab den 50 er Jahren sei der Jahrmarkt in Singen richtig ins Rollen gekommen und aus der Singener Fasnet nicht mehr wegzudenken. Für den ehemaligen Marktmeister Wolfgang Denzel ist es ein »toller Treffpunkt«. Für Jogi Kohnle, der von 1993 bis 2013 Meister über den Jahrmarkt war, sind es die Vereine, die gemeinsam hier so vieles auf die Beine stellen. In einem Jahr musste sie den Platz für den Jahrmarkt selbst mit Raupen von Hans Willam räumen. Wegen der Kuwait-Krise fiel er 1991 aus. Christian Siebold erinnert sich im Gespräch mit dem WOCHENBLATT an die Erbsensuppe in den 60er Jahren, die die Maggi ausschenkte. Auch 2019 war wieder für Speis und Trank in unterschiedlichster Weise gesorgt.

Doch auch die Truppen vom Zunftball wie der mobile Stammtisch und der Straßenfasnet wie der »Glo-Bus« – die mobile Toilette mit Schaffner Helmut Thau machten Station beim Närrischen Jahrmarkt. Originell die Ablassbriefe, die die Freunde der Scheffelhalle anboten und die gerade an Fasnet reißenden Absatz fanden. 

Zunktkanzler Ali Knoblauch und Säckelmeister Holger Marxer zogen ein positives Fazit einer tollen Fasnet in Singen. Das Sicherheitskonzept sei voll aufgegangen, so Marxer. Und Knoblach scherzte, für das tolle Wetter sei der Zunftkanzler verantwortlich gewesen.

Quelle: Wochenblatt Singen

Narren sind bereit für die Fasnet in Singen

Die Kirche im Dorf zu lassen, das fällt den Narren in Singen gar nicht erst ein. Kurz vor dem Start der närrischen Hochzeit am Schmotzgen Dunschtig bringen sie zum Zunftball die stummen Glocken der Herz- Jesu-Kirche kurzerhand in die Scheffelhalle zum legendären Ball der Bälle im Stall der Ställe. „Lond au d’Kirch im Dorf“ lautet das Motto der Fasnet 2019 in Singen, mit dem Poppele-Zunftmeister Stephan Glunk die Hästräger zur Maskenprämierung beim Zunftball empfangen hat und nicht nur die goldsamtenen Glocken haben dies thematisch aufgegriffen.

Die Zunftball-Besucher haben ein untrügliches Gespür für das, was fehlt in der Stadt. Neben dem Streit um Glockenklang, vermissen die Freunde der Fasnacht närrische Kneipen zur fünften Jahreszeit. Gleich mehrere Gruppen haben dies thematisiert und sich als mobile Gastronomieeinheiten – bis hin zum kompletten Biergarten auf Rädern – auf den Weg gemacht. Und natürlich steht die Diskussion um den Klimaschutz im Herzen der Nordstadt ganz oben auf der Agenda: Bienchen, Blümchen und die Knöpfleswies – die dürfen am Ende auch nicht fehlen: „Inzwischen hätt’s de OB gschnallt, et bliebt er – unser Knöpfleswald“, reimten die Narren.

Was überraschenderweise mitten im Februar auch nicht gefehlt hat, war die unterhaltsame Art Urlaubsgefühl und Strandflair: Nach einem sonnigen Wochenende haben sich die Verkäufer schicker Sonnenbrillen und -hüte unters närrische Volk gemischt, und die Stimmung geschickt ausgenutzt, während die Partyband Lemongras einmal mehr mit treibenden Rhythmen die Masse der Zunftballbesucher auf der Tanzfläche in Bewegung hielt. Am Rande war Scheffelhallen- Fördervereinsvorsitzender Peter Gäng als Spendensammler unterwegs, um das ewige Provisorium vor dem Verfall zu retten, und eine Gruppe Zeitungsenten hat sich den Erhalt des SÜDKURIER zum Thema gemacht. „Drei Abos haben fast nicht gereicht“, schnatterten sie dem Reporter ins Ohr. Ihr Lohn, ein Preis bei der Maskenprämierung.

https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/fastnacht/Narren-sind-bereit-fuer-die-Fasnet-in-Singen;art1369003,10062077